Unfall! Was jetzt?

Max Mustermann fährt im dichten Stadtverkehr. Plötzlich bremst der Vordermann, der 35-Jährige kann einen Crash gerade noch verhindern. Sein Hintermann nicht, er fährt ungebremst auf.

Unfall: Das steht Ihnen zu

Eine Situation, wie sie tagtäglich passiert. Nicht selten wird aus einem vermeintlich kleinen Schaden doch eine große Sache.

Wir sagen Ihnen, wie Sie mit der Versicherung abrechnen, welche Kosten Sie ansetzen können und auf was Sie dabei achten sollten.
Wir erklären, was Ihr gutes Recht ist und welche Kosten erstattet werden.

Wer muss nach einem Unfall was melden? Die eigene Versicherung müssen Sie benachrichtigen, wenn nicht auszuschließen ist, dass Sie mitschuldig sind. Bei der gegnerischen Kfz-Haftpflichtversicherung muss der Schaden gemeldet werden, wenn Sie Ansprüche haben – und zwar sowohl vom Unfallgegner als auch von Ihnen oder Ihrem Anwalt.

Nach einem Zusammenstoß haben Sie bei leichten oder mittleren Schäden die freie Wahl zwischen zwei Abrechnungsmöglichkeiten mit der gegnerischen Versicherung. Sie können das Auto reparieren lassen oder fiktiv abrechnen, das heißt, sich die Reparaturkosten auszahlen lassen. Bei Bagatellschäden (etwa bis 750 Euro) genügt als Nachweis für die Versicherung in der Regel der Kostenvoranschlag einer Werkstatt mit Fotos vom Schaden. Bei Höheren und Totalschäden muss ein Sachverständiger eingeschaltet werden. Die Kosten dafür trägt bei einem unverschuldeten Unfall die gegnerische Kfz-Haftpflicht, bei einer Mitschuld von Ihnen zahlt sie nur anteilig. Den Gutachter dürfen Sie frei wählen, Sie sind nicht verpflichtet, den der gegnerischen Versicherung zu nehmen.

Wenn Sie Ihr Auto tatsächlich reparieren lassen, übernimmt die gegnerische Haftpflichtversicherung die Kosten. Allerdings nicht in unbegrenzter Höhe.

Gutachten nach einem Unfallschaden? Lassen Sie sich nichts vorschreiben

Die Reparaturkosten dürfen den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs um maximal 30 Prozent übersteigen, und das Auto muss nach der kompletten Reparatur noch mindestens sechs Monate behalten werden. Darüber rechnet die Versicherung einen Totalschaden ab. In diesem Fall wird der Wiederbeschaffungswert minus Restwert erstattet. Bei der fiktiven Abrechnung werden die kalkulierten Instandsetzungskosten netto (ohne MwSt.) ausbezahlt. Sie entscheiden, ob und wann das Auto ganz, teilweise oder gar nicht instand gesetzt wird. Erstattet werden die Stundensätze einer markengebundenen Fachwerkstatt. Die Versicherung kann die Tarife einer gleichwertigen freien Werkstatt ansetzen, wenn das Auto älter als drei Jahre ist oder nicht scheckheftgepflegt wurde. Mehrwertsteuer gibt es nur, wenn Sie in der Rechnung ausgewiesen ist. Das ist der Fall, wenn bei einer Eigenreparatur Ersatzteile gekauft werden.

Fiktive Abrechnung: Hier gibt es Geld – egal ob Sie reparieren lassen oder nicht

Bei größeren Schäden bestimmt der Gutachter über die Höhe der Reparaturkosten

Ein heikler Fall, der in der Praxis oft zu Streitigkeiten führt: Liegen die errechneten Reparaturkosten noch unter dem Wiederbeschaffungswert, aber über dem Wiederbeschaffungsaufwand (Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert), werden die Kosten im Rahmen der fiktiven Abrechnung nur erstattet, wenn das Auto verkehrssicher ist und mindestens sechs Monate weiter genutzt wird. Sonst gibt es nur den Wiederbeschaffungsaufwand. Neben den Reparaturkosten können Sie im Rahmen eines Unfalls weitere Ansprüche geltend machen.

Weitere Ansprüche